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Kapelle Mark Zwuschen

“Kommt, wir bauen eine Kapelle”

neue Fotos vom 01. Juni 2011  in einer kleinen Galerie


Im April 2009 schrieb die Mitteldeutsche Zeitung, [Zitat] … im Süden von Mark Zwuschen (Stadtteil von Jessen) soll eine Kapelle errichtet werden. Es gibt bereits erste Vorstellungen über das kleine und kreisrunde sakrale Bauwerk, das am Ortsausgang von Mark Zwuschen in Richtung Morxdorf auf einem Hügel stehen soll: Sieben Meter im Durchmesser und nach außen mit Feldsteinen verblendet. Im oberen Bereich sind zwölf kreisrunde Fenster vorgesehen, in Ostrichtung ein kreuzförmiges Christusfenster. Zu den anderen drei Himmelsrichtungen soll es jeweils eine Tür geben.. Zur Realisierung des Vorhabens wurde der Verein “Kapelle Mark Zwuschen” gegründet. In der Präambel wurde das Ziel formuliert: Es soll eine Kapelle entstehen, in der die Mark Zwuschener, Heidebesucher, Radtouristen und Wanderer zur Ruhe kommen können und dabei dem Evangelium von Jesus Christus begegnen.

.. Mark Zwuschen gehört bislang zu den wenigen Orten, die über keine Kirche verfügen. Das hat historische Gründe: Bis 1945 gab es nur das Gutshaus und wenige dazugehörige Gebäude. Erst danach ist das Dorf entstanden, mit vielen, die ihre Heimat in Ost- und Südosteuropa verloren hatten …

“Viele wollen helfen…”

Mittlerweile gibt es 140 Menschen mit ganz verschiedenen Talenten, die dazu beitragen wollen: Vom Maurer bis zum Tischler, Steinmetz und Schmied bis hin zum Nähen der Altardecke, der Sorge um das leibliche Wohl der Bauarbeitenden  bis hin zur Fotodokumentation. Am Sonnabend, den 5.September 2009 nachmittags 17 Uhr kam eine Bläsergruppe, die  an einem Posaunenfest in der Nachbarschaft beteilgt war, nach Mark Zwuschen und musizierte an der Stelle, wo die Kapelle entstehen sollte. Die symbolische Grundsteinlegung war getan. Bislang waren bis zu diesem Zeitpunkt 7.500 Euro zusammengekommen.

Im März 2010 war der Anfang getan. Die Fundamente für das kreisrunde Gotteshaus waren gelegt, die Grundmauer zwar noch nicht fertig, weil der lange Winter einen Strich durch die Rechnung machte. Ab jetzt ging es zügig voran, am 30 April 2010 stand der Rohbau: Das kreisrunde Gotteshaus hat einen Durchmesser von sieben Metern und drei zwei Meter breite Eingangstüren. Zwölf kreisrunde kleine Fenster sollen die zwölf Apostel symbolisieren. Ein größeres , ebenfalls kreisrundes Fenster entstand in Richtung Osten über dem Altar.

Später begann man damit, das Mauerwerk bis zum ersten Sims über den Türen mit Feldsteinen zu verkleiden. Damit soll die Kapelle eine Bauweise symbolisieren, wie sie für den Fläming seit dem 11. Jahrhundert typisch ist. Die Türen sind thematisiert in Glaube, Liebe, Hoffnung. Biblische Motive hat dafür der Pfarrer ausgewählt: so  “Der gute Hirte” (Glaube),  “Liebe Deinen Nächsten” (Liebe), und “Gott rettet Noah” (Hoffnung).

“Ein weiterer Meilenstein ist erreicht …”

Am Samstag, den 22. Mai 2010 wurde der kleinen kreisrunden Kapelle in Mark Zwuschen der Richtkranz aufgesetzt. Groß war die Begeisterung darüber. Gemeinsam wurde gebetet, man sang kirchliche Lieder und feierte anschließend in fröhlicher Runde.  Als Ehrengäste waren Studenten aus Valparaiso dabei. Den Höhepunkt bildete wohl der gemeinsame Gesang “Nun danket alle Gott”, abwechselnd in englisch und deutsch dargeboten.

Das Engagement für den Neubau der Kapelle in Mark Zwuschen ist nach wie vor ungebrochen. Mittlerweile sind es 153 Personen, Firmen und Institutionen, die dieses ehrgeizige Projekt untzerstützen. Den Richtspruch hielt Zimmerermeister Werner aus luftiger Höhe. Immerhinwaren es 10 Strophen, die er verlas.

10.9.2010 Neues von der Kapelle

Heute wurden die Holzteile gestrichen, in den nächsten Tagen können sie montiert werden, dann sind die 3 Türen richtig zuzumachen. Die 12 Schnitzbilder werden erst kurz vor der Einweihung angebracht. – Eine neuerliche Spende aus Mainz, die jetzt eintraf, sowie eine Zuwendung des Gustav-Adolf-Werkes machte es möglich, auch die letzte große Rechnung (für den Metallrahmen der Tür) gut zu bezahlen. (Vielen Dank!!!) – Am Beginn der Woche wurde ein Stück Baumstamm von einem Neu-Mark-Zwuschener gestiftet, ein Mellnitzer baut daraus einen Fahrradständer. – Die 13 Fenster, von Berufsschülern unter Leitung eines Mark-Zwuscheners angefertigt, sind fertig und sollen in den nächsten Tagen eingebaut werden. Die zur Zeit nicht genutzten Rüstteile wurden abgebaut und in einer Scheune sicher gelagert. – Der Altarsockel ist fertig gemauert, die Altarplatte auch angefertigt, sie soll auch in den nächsten Tagen aufgesetzt werden. – An Maurerarbeiten stehen als nächstes an: Das Anfertigen von kleinen Schwellen, damit die Türen unten richtig schließen und es keinen “Zug” gibt. – Der Vorstand des Vereins hat sich Gedanken über die Bekrönung gemacht, es gibt verschiedene Vorschläge, bedacht werden muss insbesondere die Höhe und Größe (1,5 oder 2,5 m), und das Material (Zink, Kupfer oder…). Klar scheint, dass auf der Spitze ein Kreuz stehen soll, damit auch von ferne deutlich ist, dass es sich um eine Kapelle handelt. – Die genauer Form und Größe der Bänke soll erst dann abgestimmt werden, wenn Altar, Taufe und Türen sowie der auch schon fertige Leuchter alle vor Ort sind. – Mark Zwuschener pflegten in den vergangenen Tagen auch das umliegende Grundstück.

“Notiz vom 27. und 29.10.2010 …”

29.10.: “Tut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein! Ach, wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht.” (EG 166)Endlich sind die Türen drin, in der Kapelle Mark Zwuschen!

Die Tischlerei Schudde besorgte die Holzarbeiten unentgeltlich. Eine besondere Fleißarbeit war die Einarbeitung der 27 kleinen Fensterchen. Sie ergeben in jeder Tür ein Kreuz; wenn in der Kapelle Kerzen an sind, leuchten die Kreuze. – Die 12 Schnitzbilder werden erst im Frühling angebracht.

27.10.: Erste konkrete Nachfrage von außerhalb, mit einer Gemeindegruppe einen Gottesdienst in der neuen Kapelle in Mark Zwuschen zu feiern.

“Notiz vom 15.11.2010 …”

15.11.: DIE FENSTER DER KAPELLE SIND EINGEBAUT! Der Vorsitzende selbst legte Hand an. Morgen kommen die Bilder. – Berufsschüler aus Wittenberg haben die Fenster angefertigt; das Glas hat OEWI-Fensterbau Mark Zwuschen gestiftet, geschnitten hat es Meister Schudde aus Seyda. 12 Fenster für die 12 Jünger Jesu: Die Gemeinschaft von ganz verschiedenen Charakteren; und dazu ein großes Christusfenster (gen Osten). Halleluja!

“Gemeindebrief für Mark Zwuschen vom 02.01.2011″

geschrieben und versand von Pfarrer Meinhof, Pfarrhaus Seyda, 2. Januar 2011

Ein gesegnetes Neues jahr wünsche ich Ihnen allen!  Nun steht die Kapelle, wenn sie auch noch nicht ganz fertig ist, und zu Weihnachten haben alle Vereinsmitglieder einen Schlüssel bekommen, so dass man also auch gut hineingehen kann, weil man selber einen DSchlüssel hat oder jedenfalls dann ein Nachbar.

Dazu ist sie ja da, und wenn die Bauarbeiten weiter fortgeschritten sind, wollen wir sie dann – jedenfalls in der warmen Jahreszeit -  auch tagsüber öffnen.

Das Große am Weihnachtsfest ist, dass Gott zu uns kommt, in dem Kind in der Krippe. Zuerst dürfen die Hirten kommen – die nachts draußen schlafen mussten – und dann die Weisen aus dem Osten, von ganz weit her, die wegen ihrer großen geschenke später als Könige bezeichnet worden sind. Da steckt in der Weihnachtsgeschichte schon drin: Wenn sogar die kommen dürfen, dann doch gewiss auch wir. Der Frieden son Gott ist da, aber man muß freilich die Tür des Herzens aufmachen; und das kann geschehen, wenn man sich auf den Weg zur Kapelle macht und dann eine der Türen, die ja für “Glaube”, “Liebe” und “Hoffnung” stehen, öffnet. Glaube, Liebe,Hoffnung: Das ist das, was immer bleiben wird (so steht es in der Bibel, 1 Kor 13,13); im  Frühjahr sollen dann an jede Tür die schon fertig geschnitzten Bilder der biblischen Geschichten dazu kommen, jeweils 4.

Vielen Dank für allen Einsatz um die Kapelle im letzten Jahr. Das war für mich ein großes Erlebnis, und ein wenig ist es auch auf dem Kalender festgehalten. Was noch nicht drauf ist, sind die schönen runden Fenster, die in der Berufsschule in Wittenberg unter leitung von Herrn Bernhardt aus Mark Zwuschen angefertigt worden sind. Das ist eine feine Arbeit! – Und ist es nicht lustig, dass da bei Osnabrück nun auch eine runde Kapelle, 7 Meter im Durchmesser, nach unserem Vorbild gebaut wird – im Oktober war dort Richtfest, das vorletzte Bild auf dem Kalender zeigt es.

Es ist noch einiges zu tun, und jeder kann etwas finden, was er beitragen kann: Jedenfalls wäre das sehr schön, dann bleibt es weiter ein Gemeinschaftswerk. So eine Bauphase ist schon etwas Besonderes: das kommt nicht wieder”

Herzlich grüßt Sie: Ihr Pfarrer Meinhof

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7 Kommentare »

  • PWerner (Kommentator) schreibt:

    Pfarrer Meinhof http://www.seyda.de schreibt am 23.10.2010 zu weiteren Entwicklungen:

    23.10.: Einladung aus Bad Laer (bei Osnabrück): Rohbau und Glockenaufhängung in der Kapelle Müschen, 14 Uhr! Von dort kam im Frühling die Frage nach “Fachberatung” an den Verein Kapelle Mark Zwuschen, wie man eine runde Kapelle baut. Sie hat dort ähnliche Maße (7 Meter im Durchmesser), aber einen Eingang wie bei einem Schneckenhaus und einen kleinen Turm mit Glocke.

  • PWerner (Kommentator) schreibt:

    Pfarrer Meinhof http://www.seyda.de ergänzt am 23.10.2010 zu weiteren Entwicklungen:

    23.10.: Einladung aus Bad Laer (bei Osnabrück): Rohbaueinweihung und Glockenaufhängung in der Kapelle Müschen, 14 Uhr! Von dort kam im Frühling die Frage nach “Fachberatung” an den Verein Kapelle Mark Zwuschen, wie man eine runde Kapelle baut. Sie hat dort ähnliche Maße (7 Meter im Durchmesser), aber einen Eingang wie bei einem Schneckenhaus und einen kleinen Turm mit Glocke. – Ein wunderschönes Fest! Die Glocke wurde von einer Behinderten-Einrichtung aus in einem großen Umzug durch die Stadt gefahren, vorneweg ein Planwagen mit Traktor mit Ehrengästen (aus dem “Osten” und aus dem “Westen” (Amerika)), viele Fahrradfahrer, Feuerwehr – und dann wurde die Glocke gleich bei einer Richtfest-Feier (ein ortsansässiger Zimmermann hielt den Richtspruch) mit dem großen Kran aufgesetzt, mit Läuteanlage! Und geläutet. Der katholische Pfarrer sprach ein Gebet, ein junges Mädchen sang (mit musikalischer Begleitung am Keyboard), der Vereinsvorsitzende sprach zur Entstehung der Kapelle und zur Glockengeschichte, und es wurde auch gemeinsam gesungen. Und zwischendurch, als der Kran “jonglierte”, da wurde das Geschenk aus Seyda/Mark Zwuschen überreicht: Ein selbstgehauener Stein mit Anker, Herz und Kreuz für Glauben, Liebe und Hoffnung: Was nach Paulus (1 Kor 13) alle Zeit bleibt, und wofür der Kapellenbau eine “Tankstelle” sein soll. Der Stein stand dann gut sichtbar dort, wo Musik und Rede gehalten wurden. Im Anschluss gab es viel Kuchen und leckere Würstchen, zu trinken natürlich auch. – Es ist schon eine schöne Erfahrung, dass dort auch Menschen fröhlich eine Kapelle bauen, eben auch 7 Meter und kreisrund, so wurde auch der Psalm zitiert: “Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken ziehen.”

  • PWerner (Kommentator) schreibt:

    Am 09.04.2011 waren die BigScooter – aus Berlin/Brandenburg – mehr als 40 Rollerfahrer aus Berlin zu Gast auf der Straußenfarm Schlüterhof und ihre Rollersaison wurde eröffnet und geweiht in der Kapelle zu Mark Zwuschen. Sie sprechen auf ihrer Homepage von einer wirklich gelungenen Veranstaltung, die bei einem trefflichen Wetter stattgefunden hat.

    Lesen Sie selbst, was die Berliner u.a. in Wort und Bildzu berichten wissen!

  • Thomas Meinhof schreibt:

    “Seydaaktuell” meldet:

    2.6.: CHRISTI HIMMELFAHRT. Andacht an der Heimateiche in der Heide um 9.30 Uhr, auch in Meltendorf ist am Vormittag eine Andacht in der kleinen (kommunalen) Kirche; um 18 Uhr eine Abendmahlsandacht in der Kapelle in Mark Zwuschen.

    An der Heimateiche predigte Superintendent Beuchel über das Kirchentagsmotto “Da wird auch Dein Herz sein” und stellte irdische und himmlische Güter gegenüber. Weitgereistester Gast war in diesem Jahr eine Frau aus Kapstadt.

    Am Abend dann die erste Abendmahlsfeier in der Kapelle! Die Gesangbücher reichten nicht, die Stühle waren bis auf den letzten Platz besetzt (einige saßen auf dem Schoß). Das Abendmahlsgerät für die Kapelle kommt von der Evangelischen Auferstehungsgemeinde Mainz und wurde bei diesem Gottesdienst zum ersten Mal benutzt. Es ging um Himmelfahrt: Dass es den Himmel gibt, da, wo es ganz schön ist, und dass wir durch Jesus Christus dort einen Platz haben dürfen; auch sollen alle davon hören dürfen und sind eingeladen. In Anlehnung an den Predigttext des Feiertages (1 Kg 8,22-28) wurde danach gefragt, was denn nun in der Kapelle zu finden sei: Lauter Zeugnisse von der Liebe Gottes, die Menschen ergreift; und zu finden sein soll hier immer wieder die Verbindung zu Gott, die stark macht zum Leben und mit Glauben, Hoffnung und Liebe hinausgehen läßt. Die Gemeinschaft mit und durch Jesus Christus wurde in der Abendmahlsfeier deutlich.

    (www.seyda.de)

  • PWerner (Kommentator) schreibt:

    Thomas Meinhof schreibt in Seyda aktuell:

    15.10.2011: Großer Arbeitseinsatz an der Kapelle in Mark Zwuschen: Viele fleißige Hände halfen, den Split für die Pflasterung in die Kapelle zu bringen, die “Lücke” zwischen Dach und Mauerwerk zu schließen; den Dichtungsring mittels Hebebühne an die richtige Stelle der Turmbekrönung zu bringen, die zahlreichen Fenster (40!) zu putzen, 5 Fahrradständer aufzustellen und zu streichen sowie schwere Steine im Umfeld zu bewegen. Und dazu gabs leckere Schnittchen und Würstchen und Getränke aus Mark Zwuschen.

    nach dem Reformationstag ist “Winterpause” in der Kapelle in Mark Zwuschen

  • PWerner (Kommentator) schreibt:

    Eintrag auf Seyda.de im Dezember 2011
    27.12.2011: 17 Uhr Kapelle Mark Zwuschen, Weihnachtsandacht mit Übergabe des “Weihnachtsgeschenkes”: Holzbildhauer Kuhrmann schuf eine Taufe. Erste Feier auf dem neuen Fußboden, die Firma Clemens aus Gadegast hat ihn verlegt (ohne Geld!), die Firma Rietdorf aus Gadegast die Steine gestiftet.

  • Mitteldeutschland Tour » Blog Archive » “Kommt, wir bauen eine Kapelle” – Einweihung der Kapelle Mark Zwuschen voraussichtlich am 17.08.2012 und weitere Neuigkeiten schreibt:

    [...] Das Kapellen Gebäude ist bereits jetzt allen zugänglich. Weitere Informationen unter mitteldeutschland-tour.de [...]

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