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Extrabrief aus Bleddin in der Elbaue

Sanierungsfall Kirche zu Bleddin

Extrabrief vom 17.10.2010
geschrieben und unterzeichnet von Frau Gabriele Viehweger Bleddin

Meine lieben Gemeindekirchenratsmitglieder,

ein Extrabrief heißt, Ihnen Zeit geben, sich vorher Gedanken machen können. Man kann nichts in einer Viertelstunde vortragen und beschließen. Trotz diverser Großbaustellen in unserer Kirchengemeinde habe ich das Anliegen, Anfänge in Bleddin zu machen. 1986 wurde durch einen Gemeindekirchenratsvorstand auf Eigeninitiative das Bleddiner Kirchendach gedeckt. 10 Jahre später Ablösung des Pfarrers im Ruhestand, dem “Neuen” legte ich schon damals Bleddin ans Herz, wieder ein Pfarrstellenwechsel, ich war jahrelang nicht im Rat, jetzt aber bin ich fast 2 Jahre Vorstand und möchte dieses Kleinod aufgreifen und aus dem Dornröschenschlaf holen. Nie darf die Tatsache, extrem wenig Kirchenmitglieder im Dorf zu haben, unser Handeln bestimmen. Alle Kulturgüter sind Gottes Schöpfung, wir müssen sie unbedingt bewahren, heute mehr denn je. Wir haben ein Bauwerk von ausserordentlicher und überregionaler Bedeutung, fast alles ist noch original 1690.

Der Auftakt zur Belebung soll ein Gottesdienst in diesem jahr sein, alle sind froh, wenn es nullt um damit ein Ereignis gestalten zu können. Erntedank soll in Bleddin stattfinden zum 320. Jahrestag der Kirchweih damals.

Viel Arbeit liegt vor uns, um das zu realisieren: knöchelhohes Wasser in der Sakristei ableiten, Löcher “stopfen”, um nicht Ratten und Marder eine Wohnung zu bieten, eimerweise Schmutz entfernen und fachgerecht säubern.

Für Sie zu wissen ist folgendes wichtig, ein lädiertes Turmdach, Wasser tropft auf den Glockenaufhängebalken, die Decke über dem Altar wölbt sich, Schwamm ist zu beobachten, keine ausreichenden Sicherungsmaßnahmen, Dachrinnen würden Wunder bewirken. Ich suche unseren Baupfleger auf und wir werden einen Plan schmieden, wie es anzugehen ist. Mein Streben geht nicht in Richtung Restauration, einfach nur Sicherung!!!

Ich bin der Mitteldeutschen Kirchenstrasse beigetreten, sie haben Kirchen in der Rettung unterstützt und haben profunde Kenntnisse in der Öffentlichkeitsarbeit.

Meine Lieben, es geht nur, wenn wir auf breiten Schultern bauen, diese werden tragen. Ich bin sicher, Spender und Stifter zu finden. Wir sollten an ein weiteres Nutzungskonzept denken, ich will gut mit dem Heimatverein Bleddin zusammenarbeiten.

Ich würde mich freuen, im Vorstand den Beschluss zur Sicherung der Kirche zur entsprechenden Zeit fassen zu können.

Vor mir sehe ich das Bild eines guten Hefekuchens: wir müssen uns entschließen, den backen zu wollen, dann suchen wir ein gutes Rezept, tragen Stück für Stück die Zutaten zusammen und erst dann wird geknetet. Bis dahin werden Jahre vergehen, ich hoffe, dass wir das Projekt auf den Weg kriegen.

Ich danke für Ihre offenen Ohren und Herzen.
Ihre Gabriele Viehweger

anbei Fotos vom Sommer 2010 – mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung von Frau Vieweger Bleddin zur Verfügung gestellt!

2 Kommentare »

  • Rainer Schultz schreibt:

    Liebe Frau Viehweger,

    Menschen wie Sie verdienen meine Hochachtung. Mit dem Mut der Verzweiflung packen Sie es an und versuchen die marode Dorfkirche wieder zum Leben zu erwecken. Dabei versuchen Sie Mitstreiter zu gewinnen.
    Kompliment für Ihren eisernen Willen.
    Ich drücke Ihnen die Daumen.

    Rainer Schultz aus Wittenberg

  • Gruber (Müller), Monika schreibt:

    Liebe Frau Viehweger
    Meine Familie stammt aus Bleddin. ( meine Oma war Frau Marie Giese) meine Tante Frau Margot Göttert.

    Meine Eltern wurden 1955 in der Dorfkirche getraut, ich selbst bin in Bleddin geboren im Pfarrhaus und wurde in dieser Kirche getauft.

    Bitte mache Sie weiter, wenn möglich führen Sie ein kleines Tagebuch , wo wir den Stand ersehen können, denn wir wohnen weit weg von Bleddin.

    Monika Gruber vom Bodensee